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Tarifa – Traumstrände und viel Wind

posted by Markus 14. April 2019 2 Comments
Tarifa Traumstrände

Nur ein paar Tage in Tarifa bleiben, bis der Sturm nachlässt und TiNe´s Beauty-Paket angekommen ist, so hab ichs mir gedacht. Doch bereits am Abend meiner Ankunft wurde ich von erfahrenen Tarifa-Reisenden davor gewarnt, dass aus diesen paar Tagen schnell mal 20 Jahre oder mehr werden könnten… 

Und ich wäre wahrlich nicht der Erste, der an diesem besonderen Ort hängen bleiben würde, hatten mir Ernie und Bert (die Namen sind frei erfunden) an meinem ersten Abend prophezeit. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich deren Warnung noch belächelt, doch während der dann folgenden zwei Wochen sollte ich mehr und mehr verstehen, was mir die beiden damit sagen wollten.

Ein paar Erklärbär-Fakten über Tarifa: Mit ca. 18.000 Einwohnern spielt Tarifa im Größenvergleich in dörflicher Mittelklasse. Die touristische wie auch strategische Besonderheit Tarifas ist jedoch die geografische Lage direkt an der Straße von Gibraltar. Diese sorgt um Tarifa gleich für mehrere positive Effekte, welche diese Region zu etwas Einzigartigem machen.

Per topografischer Winddüse wird der Ost-/Westwind in der Meerenge der Straße von Gibraltar um mehrere Windstärken beschleunigt, was Tarifa neben Hoʻokipa auf Hawaii und Fuerteventura (Kanarische Inseln) zu einer der „Welthauptstädte“ für Wind- und Kite-Surfer macht. Dementsprechend steppt hier zur Saison auch der Bär, und die Stadt wächst von geruhsamen 18.000 mal schnell in Richtung der 100.000er Marke. Klingt für mich Individualreisenden, der keine Menschen mag (Freunde, das ist wirklich nur ein Spaß!!), zumindest zu Hauptsaison-Zeiten eher wie eine Hölle auf Erden! Ich bin froh, zur no-season Ende März/Anfang April kaum Leute am Strand, Campingplatz oder auch in der Stadt anzutreffen. Nicht mal ne Disco hat hier zu dieser Zeit geöffnet… toll, ne?

Ebenfalls einzigartig an der Straße von Gibraltar ist die Meerenge zwischen den Kontinenten Europa und Afrika und die dadurch kanalisierte Verbindung des Atlantiks mit dem Mittelmeer. Durch die Kanalisierung von Atlantik zu Mittelmeer wird die Straße zu einer der meistbefahrendsten Wasserstraßen der Welt.

Whale watching TarifaNicht nur über Wasser ist die Straße von Gibraltar ein Mega-Highway, auch unter Wasser ist hier so einiges geboten. Alle Meeresbewohner, die vom Atlantik Richtung Mittelmeer oder umgekehrt gelangen wollen, müssen die Straße von Gibraltar passieren, was die Meerenge zu einem exponierten Ort für Whale-watching-Touren und Tierbeobachtungen aller Art macht. In den nächsten Tagen werde ich noch einen Extra-Artikel zum Thema Whale-watching schreiben… eventuell auch einen über meine ersten Birdwatching-Erfahrungen… 🙂

Aber zurück zum eigentlichen Thema Traumstrände!! Genau genommen ist da ja eigentlich nur ein riesiger Strand, aber dieser ist ohne Übertreibung – legendär!!

Knapp 7 km zuckerfeinster weißer Sandstrand (Titelbild) erstrecken sich von Tarifa bis ins weiter westlich gelegene La Pena. Zählt man die 3km rund um die Dünen von Bolonia noch mit hinzu, so liegen wir bei knapp 10km feinstem weißem Sandkasten – ein Traum für entschleunigte Spaziergänger, für Träumer, für Individualisten, für Naturburschen, … und kein Traum mehr für mich, denn ich bin hier… in Tarifa, am Strand… und erfreue mich an der Schönheit dieser Welt!

Tarifa ist ein Ort der mich nicht von Beginn an verzaubert hat, der jedoch langsam aber stetig wirkt, von Tag zu Tag mehr…

DSC08156Der Campingplatz Rio Jara, auf dem ich mich befinde, liegt direkt inmitten des zum Naturschutzgebiet erklärten Playa de los Lances. Wie genau die Betreiber das geschafft haben, bleibt mir ein Rätsel, ich schätze jedoch, dass der kleine Campingplatz noch immer eine bessere Lösung ist, als Heerscharen von wildcampenden Surfern, Kitern und Aussteigern, die den weitläufigen Strand belegen und ihren Müll sowie ihre Notdurft in der einzigartigen Natur hinterlassen.

Um die umliegende Flora und Fauna nicht noch mehr zu belasten, hat der Campingplatz einen eigenen Strandzugang über den der Weg an den einzigartigen Strand ermöglicht wird. Ich kann den Campingplatz uneingeschränkt empfehlen und werde irgendwann (demnächst?) noch einen eigenen Artikel über Rio Jara in den Stellplatzinfos einstellen.

In vielen Reiseführern wird der Strand Playa de los Lances als 5-Sterne-Strand hochgelobt, diese Bezeichnung ist absolut zutreffend und wird diesem magischen Platz einhunderdprozentig gerecht.

Womit man sich als Nicht-Kitesurfer jedoch arrangieren muss, ist der außergewöhnlich starke Wind während der meisten Zeit des Jahres! In meiner ersten Tarifa-Woche war ich aufgrund der orkanartigen Windböen tatsächlich nur ein paar wenige Male außerhalb des geschützten Campingbereichs. Mit dem Montainbike auf dem Weg in die Stadt hat es mich dann mal glatt umgeblasen. Des Bikers Leid ist aber des Kiters Freud …

DSC08336Kitesurfer finden hier ideale Bedingungen, um ihrem Sport zu frönen, und auch um spektakuläre Stunts zu springen. Während der Wind luvseitig des Zufahrtstegs der Isla de Tarifa mit 40er-Böen einpeitscht (keine Stundenkilometer, sondern Knoten…!), fetzen leeseitig des Zubringers Kitesurfer durch die Gegend und vollbringen Sprünge, die glatt als Streckenflug durchgehen könnten. Sieht man dem bunten Treiben eine Zeitlang zu, man könnte meinen, die wären hier alle echt schmerzbefreit…

Während meiner zweiten Tarifawoche beruhigte sich der Sturm und so konnte ich Stunden und Tage in ruhiger und unberührter Natur verbringen. Lässt man sich auf das besondere Gedankenspiel ein, so kann man den Zauber der Natur nicht nur sehen sondern auch spüren. Mir zumindest war es hier erlaubt, großartige Momente zu erleben! Wale wie auch Adler in freier Wildbahn – beinahe zum Greifen nahe. Und auch für meinem letzten Abend in Tarifa hatte sich Mutter Natur etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie schenkte mir einen grünen Blitz!!! Was der grüne Blitz genau ist und wie der genau aussieht, erkläre ich euch dann in einem der nächsten Beiträge…

Und alles ist gut… 🙂

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2 Comments

Mareile 15. April 2019 at 22:54

Hey hey Markus, du hast wirklich nicht übertrieben. Tarifa ist absolut traumhaft! Wir haben deinen Rat befolgt und eine Whale-Watching-Tour gebucht. Mehrere Grindwalfamilien konnten wir aus nächster Nähe sehen! Vögel heben wir uns für später auf; in der Algarve soll man auch tolle Touren machen können!
Der Campingplatz RioJara in allen Ehren… wir haben uns fürs wildcampen entschieden. Und natürlich brav unseren Müll mitgenommen. So wie sich das gehört.

Da hast du einen super Blog auf die Beine gestellt! Macht Spaß, zu lesen und deine Bilder anzusehen. Liebe Grüße aus der „Nachbarschaft“ und gute Reise weiterhin!

Reply
Markus 16. April 2019 at 15:29

Hallo Mareile 🙂
vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Es freut mich dass ihr in Tarifa “gelandet” seid und euch ebenso wohl fühlt!
Falls ihr noch Koordinaten fürs Birding benötigt, gebt mir kurz Bescheid, würde ich euch dann per Mail zusenden.
Ich wünsche euch weiterhin ganz besondere Momente auf eurer Reise!
Alles Gute…
Bleibt gesund!

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