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Own Spirit Festival

Viel zu lange habe ich euch warten lassen, aber es ist nun soweit – es ist Festivalzeit! Und diesmal ist nicht nur Festivalzeit, es ist… eine besondere Festivalzeit! Wir besuchen das Own Spirit Festival!

Naaaa? An was habe ich wohl als erstes gedacht, als ich zum ersten Mal vom „Own Spirit Festival“ hörte? Na klar, an den Flaschengeist,… weil… Festival und Spirituosen? Das würde doch passen, oder nicht? 🙂

Möglicherweise,… hat das Own Spirit ja mit spirituellem Firlefanz zu tun? Mmmm, yoooa ohmmm,… das könnte sogar stimmen! Bevor ich hier die Karten jedoch auf den Tisch lege, lasst mich euch doch noch bissel auf den heiligen Geist gehen und um selbigen herum schreiben. Lasst mich zur Einleitung erstmal erzählen, wie ich überhaupt aufs Own Spirit Festival gestoßen bin:

Es war kurz nach der Feier-Woche in der ich den Billy kennengelernt habe! Ihr wisst schon noch, den Psycho Billy… Noch angerauscht von den vielen Humpen Bier der vergangenen Festivalwoche durchstöberte ich mit einem latenten Tinnitus-Pfeifen im Ohr das Internet nach der nächsten nähesten Festivität. Das Psychobilly Meeting hing mir dabei noch tagelang mit einem pfeifenden Lied in den Ohren, welches mich in der Melodie bissel an einen wilden Buchtitel erinnerte: Probiers mal mit Gemütlichkeit… mit Ruhe und Gemütlichkeit… la la la…

Okay, war wahrscheinlich Engelchen die mir da ins Ohr pfiff und mich etwas zur Zurückhaltung mahnte. „Wega mia, dann halt eben mal nen Gang zurückschalten,“ bestätigte ich leise murmelnd Engelchen und stöberte im Internet die Umgebung nach kleinen und gemütlichen Festivals ab. Mein Suchkriterium: es darf gemütlich elektronisch werden! Mit Mallorca Live und der Woche Psychobilly Rock habe ich in den letzten Wochen für meine Verhältnisse schon sehr weit über den eigenen musikalischen Horizont hinaus hören dürfen. Ich verspürte jetzt einfach ein Bedürfnis nach vertrauten Klängen!

Meine Suchrecherche für die Umgebung ergab für die nächsten Wochen zwei Suchtreffer. Ein Festival mit dem schicken Namen „Nowhere“ und eben auch dieses „Own Spirit Festival“. Meine erste spontane Entscheidung: „Muhaha, ich nehm einfach beide! :)“ Leider hatte ich meine Bestellung noch nicht mit dem Wirt ausgemacht, denn das Nowhere findet nicht nur an einem geheimen Ort statt, sondern ist auch nur was für Geheimagenten. Die Ticketvergabe ist… ebenfalls geheim! Und bis mir die ganze Geheimniskrämerei dann irgendwann mal auf den Zeiger ging und ich direkt beim FBI angerufen habe, da gab es fürs Nowhere auch schon keine Karten mehr. Blieb also auswahlelektronisch nur das Own Spirit Festival über.

Ein kurzer Faktencheck im Internet ergab nicht so sehr viel an Information. Das offizielle YouTube-Video des Vorjahres zeigte mir ein kleines Festival, viel Natur, einen See und viele Familien mit Kindern. Und halt noch so Yogazeugs und Esogedöns und viele lachende und strahlende Gesichter. „Das wird wohl so ein alternatives Festival sein, schön mit Ohmmmm und Summmm…!“ flüsterte ich meinem Engelchen zur linken Schulterseite zu. „pieeeeeeeeeeep“ flüsterte Engelchen zurück, was wohl so viel heißt wie „ja ja, mach einfach mal“!

Was mir bei meiner Internetrecherche sehr missfiel war der seltene Umstand, dass ich als alter Elektroniker nicht einen einzigen DJ-Namen aus dem einwöchigen Festival-Lineup kannte. Warum? Weil Goa- bzw Psytrance… und Psydub, Progressive Trance, Goa Trance, Psytech, bla bla bla…

HILFE!!! GOA – das bedeutet für mich übersetzt ungefähr so viel wie „Geh OidA!“ das bedeutet für euch in verständlichem und unfallfreien deutsch übersetzt „Lauf weg du lebenserfahrener Mann!“ Und das ist kein Spaß, das ist diesmal echt ernst! Um es etwas greifbarer zu erklären, bemühe ich mich mal wieder externer Quellen:

**Erklärbärmodus an**

Goa versucht, die neurologischen Effekte von LSD mithilfe einer konstanten großen Trommel, „wirbelnder“ Schichten von Stakkato klängen mit oftmals östlichen Tonskalen, „außerweltlichen“ Klängen und hypnotischen Alternationen der Klangfarbe akribisch zu simulieren.[2] Die Musik setzt sich aus 4/4-Takten zwischen ursprünglich 130 und 150 bpm zusammen, mittlerweile werden auch Geschwindigkeiten bis zu 180 bpm und mehr erreicht. Die Kicks sind deutlich energischer und kompakter als bei anderen Trance-Richtungen. Dadurch entsteht ein „stampfender“ Charakter des Rhythmus, welcher so den stapfenden Tanz im Sand oder auf der Wiese untermalt. (Quelle: Wikipedia)

**Erklärbärmodus aus**

Ich habe bisher um Goamusik einen großen und weiten Bogen machen wollen bzw. müssen! Warum? Weil sowohl mein harmonisch musikalischer Verstand wie auch meine Füße in einer anderen weil langsameren Taktfrequenz funktionieren. Ich empfinde die derb heftig schnellen 150-180 Beats pro Minute (bpm) dieser Krawallmukke schlicht und ergreifend als überfordernden Lärm.

Dennoch – Goa würde auch in meinem Kopf funktionieren, aber nur mit Cheating (= neumodischer Anglizismus, bedeutet Tricksereien):

Ich müsste meinen Verstand mit legalen oder illegalen Substanzen so weit betäuben, als dass in selbigem die scheppernde Musik durch die mutwillig herbeigeführte Sedierung in extrem verlangsamter Geschwindigkeit ankommt und ich bzw. meine Füße auf die geschwindigkeitsreduzierte Taktrate wieder tanzen können.

Dieser Kniff mit der Zeit bringt jedoch ein urwitziges Problemchen im Smalltalk mit anderen Besuchern mit sich: Während die Musik in erträglicher weil stark verlangsamter Geschwindigkeit an meine Klangrezeptoren andockt, laufen auch direkte Gespräche mit Mitfeiernden quasi in Zeitlupe ab. Lustigerweise klingen diese Gespräche recht surreal nach Comedy, außerdem fällt es mir unheimlich schwer, darauf angemessen zu reagieren bzw. zu antworten. Deshalb zweifle ich die bei mir notwendige Sedierung als den eigentlichen Sinn und Zweck meines Goa-Musikgenusses an und lasse von dieser Trickserei lieber meine Finger. Vielleicht aber erklärt dieses von mir erfundene Szenerio die Vielzahl an Substanzen die man auf so einem Festival erwerben kann. Möglicherweise geht es vielen der Besucher ähnlich wie mir kleinen Hobbit?! *grunz*

Halten wir also fest, Goamusik hält in meinem elektronischen Musiversum keinen oder nur einen der unteren Plätze belegt!.

Und hier war dann auch der Haken! Ruhe, Gemütlichkeit und Musik mit scheppernden bis zu 180 bpm,… plus Kids und Familien,… und Ohmmm und Summmm,… ich habe das irgendwie gedanklich nicht so ganz in die Reihe bekommen können. Deshalb war ich schwer skeptisch, ob mir das Own Spirit Festival eine gute Zeit schenken oder ich nach ein paar Takten Musik überfordert die Tanzzelte verlassen würde. Ziemlich verunsichert schielte ich deshalb wieder in Richtung meiner linken Schulter. „Pieeeeeeeep“… okay… Own Spirit, wir kommen…! 🙂

Die Anfahrt

Nach dem Tinnitus-Anpfiff meines Engelchens fahre ich also los in das kleine verträumte Dörfchen Baldellou in der Provinz Huesca in der autonomen Gemeinschaft Aragonien in Spanien . Einige Kilometer von Baldellou entfernt liegt auf einem terrassenförmig angelegten Gelände am Ufer des malerischen Stausees Santa Anna das Own Spirit Festival.

Baldellou… dieser Dorfname triggert mein wortakrobatisches Kleinhirn… und rrring rrrring… aus Baldellou formt sich in meinem Kopf ein „bald alloi“. Der Schwabe in mir erkennt die Zusammenhänge und findet sich in dem kleinen spanischen Dörfchen Baldellou auch munter alleine zurecht, denn – außer mir ist dort keiner weiter da!

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Kein Witz, in der kleinen Gemeinde Baldellou ein paar Kilometer unweit des Festivalgeländes ist quasi die spanische Katz g´freckt. Denn außer klein Touristen-Knothi war während meines 7-minutigen Rundgangs um das Dorf an der Stadtmauer entlang keine Menschenseele weit und breit zu sehen. Und nach den 7 Minuten Geradeauslaufen bin ich übrigens wieder auf „Los“ angekommen, somit habt ihr nun auch eine Ahnung von der Größe des kleinen verschlafenen Nestes. Letzte Dorfzählung 76 Einwohner Anfang 2019 – noch Fragen? 

Tipp: Festivalgänger decken sich besser vor der Ankunft mit allem Notwendigen für die Festivalwoche ein! Baldellou hat zwar einen kleinen Dorfladen, aber… Baldellou hat auch nur einen kleinen Dorfladen – verstehste?! Die nächste größere Einkaufsmöglichkeit in Form eines Supermarktes (und/oder Geldautomat) ist mit einer knappen halben Stunde Autofahrt in Alfarràs ein gutes Stück weit entfernt. Laufen oder Radfahren geht auch,… macht bei gut 40 Grad im Schatten aber wenig Spaß und noch weniger Sinn.

Wir lassen Baldellou links (in echt eigentlich rechts) liegen und fahren die schmale Zubringerstraße weiter an den Santa Anna Stausee zum Gelände des Own Spirit Festivals. Dort angekommen staune ich nicht schlecht…

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Die Location

Heiligs Blechle – da hat sich aber jemand wirklich Mühe gegeben – beim Aufbereiten und/oder Einebnen von echt praktischen Zelt- bzw. Festival-Terrassen auf einem eigentlich wundervollem atemberaubenden Stück Stausee-Uferland, dazu später aber mehr!#

Selten habe ich ein eindrucksvolleres Festivalgelände gesehen!

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Eingebettet zwischen einem eindrucksvollen Felsmassiv zur linken und dem Santa Ana-Stausee zur Rechten fühlt man sich beinahe überwältigt von einer atemberaubenden Landschaft und Natur. Nur die Festival-Terrassen passen da halt eigentlich nicht so ganz rein, dazu aber später nochmal mehr hoch zwei… !#

Das am Festivalgelände angrenzende Felsmassiv erinnert mich in Struktur und Form sehr an den Uluru (englische Bez: Ayers Rock). Dieser australische Inselberg, der von den Ureinwohnern aufgrund seiner Traumzeit-Relevanz als heiliger Berg verehrt wird, erstrahlt im Lichte der Abendsonne in spektakulärer roter Farbe und gilt als eines der bekanntesten spirituellen Wahrzeichen Australiens. Möglicherweise haben sich die Veranstalter von eben jenem Ort inspirieren lassen und gaben dem Festival deshalb seinen besonderen Namen!

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Der Ort wirkt mystisch,… , magisch,… spirituell,… ! Ich war bzw. bin auch jetzt noch (über ein Jahr später) sehr stark beeindruckt von den positiven Energien, die mir dieser besondere Ort am Santa Ana Stausee zuteil werden ließ. Und nein, hier sind bzw. waren keine Drogen am Werk…#

Der Stausee in unmittelbarer Nähe des Festivals wirkt nicht nur auf dem Titelfoto erfrischend! Mehrere Badestellen rund um das Festival laden nur einige Meter von der Tanzfläche entfernt nach oder zwischen dem Tanz zum Baden ein. Und glaubt mir, Ende Juli ist das im spanischen Inland bei Temperaturen um die 40 Grad phasenweise auch notwendig.

Das Festival

„Own Spirit ist ein visionäres Festival, das Musik und psychedelische Kultur, Gemeinschaftssinn, spirituelles Wachstum und Tanz als Ausdruck des Seins verbindet. Beim Own-Spirit-Festival feiern wir das Leben und laden Menschen aller Altersgruppen, einschließlich Familien und Kinder, ein, an diesem Prozess der Transformation und des Gewinnens von Achtsamkeit teilzunehmen. Wir bieten Musik auf 2 Bühnen, dem Dancefloor und dem Frequenztempel, und eine Holistische Zone, die ganz der spirituellen Heilpraxis und der Entwicklung unseres Potenzials als menschliche Wesen durch Workshops, Aufführungen, Debatten und Konzerte gewidmet ist.

Außerdem möchte Own Spirit ein nachhaltiges Festival sein. Das Santa-Anna-Reservoir ist dank seiner wunderschönen Natur ein sehr energetisch kraftvoller Ort, und wir sind davon überzeugt, dass die Natur unsere Mutter und Lehrerin ist. Deshalb möchten wir diese Werte an unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer weitergeben und versuchen, selbst ein Beispiel für Respekt, Liebe und Fürsorge für alles um uns herum zu sein.“ (Quelle: Own Spirit Festival)

Die aus dem englischen übersetzte Festival-Beschreibung des Veranstalters ist weder gelogen noch zu weit aus dem spirituellen Jenseits herbeigeholt. Auf dem Own Spirit Festival findet der interessierte und offenherzige Besucher ….

*

(Warteschleifenmusik)

DING DONG…

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Automatische Ansage wird abgespielt:

„Sehr geehrter Luvseitig-Besucher,

Ihr Leselimit für diesen Beitrag wurde soeben erreicht! Bitte gedulden Sie sich einen Augenblick und/oder werfen eine Münze in die Kaffeekasse“ … (Anmerkung der Redaktion: Kaffeekasse gibt es noch nicht)

Pieeep – kein Münzeinwurf! Pieeeeep!

Bitte gedulden Sie sich noch einen Augenblick… bald geht es weiter mit dem Own Spirit Festival-Bericht Teil 2 (demnächst online)

In der Werbe- bzw. Pausenzeit empfehle ich euch vorbereitend auf den zweiten Teil meines Berichts das offizielle Own Spirit Festival Aftermovie aus dem Jahr 2019! Ich war da und möchte das Geschehen deshalb vorab spoilernd mit drei Worten zusammenfassen:

Ja, genau so!!! 🙂 🙂 🙂 :

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