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Ostern in Granada…

posted by Markus 28. April 2019 0 comments
Ostern in Granada

…gibt es für dich bestimmt keine Ostereier mehr, denn die hat garantiert schon wer vor dir gefunden! Die Stadt platzt über Ostern nämlich aus sämtlichen Nähten. Entspannt shoppen geht irgendwie anders, entspannt die Welt entdecken auch. Ich frage mich nur, was zum Teufel mache dann ich hier…

Immer höher, immer weiter,… eigentlich bin ich mal wieder selbst schuld. Und eigentlich habe ich des Übels Ursprung nach 8 Wochen Reise mittlerweile auch schon erkannt… Es muss nicht immer noch ein halber Meter mehr sein, das Rad muss sich nicht noch schneller drehen, und klein Knothi muss auch nicht noch eine größere Osterprozession sehen! Trotzdem war der Wunsch nach Superlativen (huch, das böse Wort) größer als die Genügsamkeit, und so habe ich mich also erwartungsvoll (wie naiv) in Granadas Ostertrubel gestürzt.

Wenngleich ich aber trotz meiner Naivität schon wieder echtes Glück hatte, denn der Campingplatz mitten in Granada war zwar restlos ausgebucht, hatte aber dennoch kurz vor meiner Anreise vorzeitig einen Platz frei. Und den habe ich mir natürlich just-in-time und mit einem Schmunzeln gesichert. Spätestens zum Check-In auf dem Campingplatz hätte ich es allerdings erkennen müssen,… das wird die nächsten Tage kein entspannter Städtetrip! Und ich lachte nur und sprach „Es werde Stress“ – und es ward Stress…

Granada – Spaniens Perle

Granada wird gerne als die Perle Spaniens bezeichnet oder auch maurische Perle genannt. Die Hauptstadt der Provinz Granada in Andalusien ist mit ca. 240.000 Einwohnern nicht nur eine der größeren Städte Spaniens, sondern auch eine der touristisch am Meistbesuchtesten!

Alhambra, Generalife und Albaicín (das ehemalige maurische Wohnviertel), sind Weltkulturerbe der UNESCO. Die drei Weltkulturerbe zählen außerdem in ihrer Gesamtheit zusammen zu einem der neuen sieben Weltwunder! In der Theorie hat mich das so dermaßen beeindruckt, so dass ich mir anstatt Ansichtskarten zu gucken dieses Spektakulum natürlich lieber in der Praxis ansehen wollte.

Alhambra – der Königspalast

Beginnen wir mit dem bekanntesten und mächtigsten Granada-Baddabum, der Alhambra.

Die Alhambra ist der sowohl älteste wie auch besterhaltenste arabische Palast seiner Zeit. Die Befestigung war Sitz der letzten moslemischen Könige in Spanien, weshalb die Alhambra auch gerne mal als Königspalast bezeichnet wird.

Auf dem rötlichen Hügel der Alhambra befinden sich die alte “Alcazaba” (die maurische Festung) und die Nasridenpaläste. Dieses Prachtwerk arabisch-granadinischer Kunst, das zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert erbaut wurde, umfasst zahlreiche Gebäude, welche durch Innenhöfe, Gärten und Brunnen miteinander verbunden sind. Seine feine, liebevolle Bauweise kann man besonders im Patio de los Arrayanes und im Patio de los Leones, im Salón de los Embajadores oder in der Sala de las Dos Hermanas bewundern… sofern man rechtzeitig vorher die Eintrittskarten reserviert!

Denn,… die Tickets gibt es nur über Internetbestellung und die sind seit Wochen ausverkauft! Und selbst wenn man Wochen im Voraus bestellt (hätte), dann dürfte man sich auch nur maximal drei Stunden in der Alhambra aufhalten. ALda HAMa vielleicht was an der BRAtze?? Bei dem Unsinn bin ich raus und fotografiere den Prachtbau halt nur von draußen.

Aber selbst vor bzw. um die Alhambra ist an jedem, aber auch wirklich jedem möglichen Fotostandort die Hölle los. Gegenüber auf dem Mirador de San Nicolas ist zum Beispiel ein guter Aussichtspunkt, um die Alhambra in ihrer gesamten beeindruckenden Pracht fotografisch festzuhalten. Halt blöd wenn das gefühlte drölfhundert andere Touris genauso sehen. Ich habe mich auch hier schnell wieder verzogen, um den Platz nach Sonnenuntergang erneut anzusteuern. Um 23 Uhr abends war zwar noch immer recht viel los, aber ich hatte ausreichend Platz, um mit Stativ und ohne Stress ein paar Fotos zu knipsen.

Generalife

Nicht besichtigt, weil Ticket-Unsinn siehe oben…

Albaicín

Das Albaicín wird auch als arabisches Viertel bezeichnet und ist das älteste Stadtviertel Granadas. Bekannt ist das Stadtviertel nicht nur durch sagenhafte Aussichten auf die Alhambra (Zum Bleistift am Mirador de San Nicolas), sondern auch wegen der vielen kleinen malerischen Gassen, die sich zwischen den weiß getünchten Häusern den Berg hochschlängeln.

Mich hat das Albaicín persönlich gleich drei Mal beeindruckt. Die ersten beiden Male, als ich mit meinem Elektroroller Beep Beep die Stadt und somit auch Albaicín erkundete. Zum einen wegen der bereits beschriebenen kleinen Gassen und der Aussicht. Zum anderen, weil die Gassen des Viertels mit unebenem Steinpflaster bedeckt waren. Fahr da mal mit nem E-Scooter und Hartgummireifen drauf…

Ein drittes Mal hatte mich das Albaicín dann auf Nacht bzw. nach der Abenddämmerung beeindruckt. Ich empfehle wirklich jedem, das Albaicín nicht nur tagsüber zu besuchen, lasst euch auch am Abend durch die kleinen verwinkelten Gassen treiben.

Wenn die dortigen Geschäfte und Läden mit ihren bunten Lichtern und Lampen zum Leben erwachen, wenn Touristen wie Einheimische mit Wasserpfeife und Tee an den Wegrand sitzen, wenn es an jeder nächsten Ecke nach unterschiedlichsten Gewürzen und Kräutern duftet, dann entwickelt das Albaicín einen ganz besonderen abendländischen Zauber. Und wer sich auf das Gedankenspiel einlässt, der fühlt sich verzaubert… und angekommen!

Abadía del Sacromonte

Sacromonte, ein etwas abseits gelegener Berg, ist ein weiterer Stadtteil Granadas, und gehört ebenso wie das Albaicín zur beeindruckenden Altstadt Granadas. Der Berg ist durchzogen von kleinen Kneipen und Höhlenwohnungen und diente in früheren Zeiten Zigeunern als Behausung. Touristischer Anziehungspunkt sind die vielen Flamenco-Shows, die in Sacromonte aufgeführt werden.

Ich gebe zu, ich war echt zu faul, den Zigeunerberg hochzulaufen, und begnügte mich mit ein paar Fotos aus der Straßenperspektive. Der 10km-Weg jedoch vom Campingplatz bis an die Abadía del Sacromonte und zurück, der war mir nicht weit, weil mal als erste Testfahrt entspannt mit dem neuen E-Scooter abgeflitzt …

Auch aus fotografischer Sicht war meine erste E-Scooter Testfahrt an die Abadía del Sacromonte ein Erfolg! Der Aussichtspunkt von der erhobenen Abtei aus garantiert einen ganz besonderen Blick durch den Bergeinschnitt hindurch auf Granada wie auch auf die Alhambra. Darf man machen – lohnt sich!

Semana Santa in Granada

Der eigentliche Grund meines Granada-Besuchs, die Osterprozession rund um die Semana Santa war dann lustigerweise auch der Grund meiner vorzeitige Abreise. Der Trubel in der Stadt wurde mir nach zwei Tagen Prozessionen ganz einfach zu viel. Was die Semana Santa genau ist, habe ich euch ja bereits im vorhergehenden Beitrag Semana Santa in Almunecar erklärt.

Im Verhältnis zu Almunecar ist die Semana Santa in Granada natürlich viel aufwändiger und größer, halt eben genau das, was ich eigentlich auch wollte – ich Held 🙂 Ich empfand meine erste Granada-Prozession auch als sehr beeindruckend und habe mich hierfür direkt vor den Ausgang der Kathedrale von Granada postiert. Und dort stand ich dann,… und stand… und stand… drei Stunden lang, und habe unzählige Kapuzengewänder in unterschiedlichsten Farben fotografiert. Und natürlich neben den Kapuzenmännern auch noch schwer und beeindruckend gestaltete Prozessionswägen und Figuren. Und ich denke, ich habe während der drei Stunden mal locker an die 500 Bilder verballert.

Doch irgendwann mal nach Einbruch der Dämmerung kamen mir dann erste Zweifel,… ob der drölfhundertdreiundzfünfzigste Kapuzenmann, der da gerade an mir vorbeimarschiert, auch noch fotografiert werden muss. Und dann kamen mir Zweifel, ob sich da etwa meine Hobbitfüße wieder zu Wort meldeten und mich ganz unaufdringlich fragten, ob ich eigentlich noch alle Tassen im Schrank habe. Warum? Weil ich hier drei Stunden lang in einer wabernden Masse an Menschen am selben Fleck stehe und einen Kapuzenmann nach dem anderen fotografiere? Und dann,… ja dann… war die Semana Santa in Grenada für mich Geschichte und ich beschloss, den nächsten Tag weiterzuziehen.

Nur wo wollte ich hin? Am besten irgendwohin in die Einöde,… an irgendeinen einsamen Strand, wo ich keine Kapuzen mehr sehen muss,… am besten, wo ich gar keine Leute mehr sehen muss,… irgendwas Einsames in der Natur. Die Idee fühlte sich gut an…

Fotogalerie Granada:

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Bild 1 von 72

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