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In Sachen Camping (Teil 4)

In Sachen Camping

Der letzte Teil meiner In Sachen Camping Comedy ist ja nun schon ein paar Tage, bzw. vielleicht Wochen,… naja, hmm… sagen wir Monate her – das hat auch gute Gründe. Dennoch ist gerade eben etwas passiert, und deshalb seid ihr „In Sachen Camping“ jetzt quasi just-in-time mit dabei…

Was war passiert??

Etwas Bemerkenswertes hat sich gerade draußen vor meinem Camper ereignet. Etwas so Bemerkenswertes, dass ich mich auf einer moskitoverseuchten Wiese am portugiesischen Arsch der Welt um halb zwei Uhr Nachts genötigt fühle aufzustehen, an den PC zu setzen, und die Geschichte aufzuschreiben.

Bevor ich aber die eigentliche Story erzähle, möchte ich euch kurz erklären, warum es die letzten Monate keine „In Sachen Camping“-Geschichte mehr gegeben hat (und womöglich auch nicht mehr geben wird). Ich habe mich ganz einfach nicht mehr getraut! Warum?

Weil es unter uns freiheitsliebenden Campern scheinbar eine ganze Menge Vollhonks gibt,… und ich tagtäglich,… gut, sagen wir wöchentlich… sonderbarste Dinge erleben darf und deshalb ständig „In Sachen Camping“-Geschichten schrei(b)en könnte.

Da mir mein Freund Stephan in einem seiner Beitragskommentare geraten hat, ich solle niemanden beleidigen (womit er natürlich Recht hat), dachte ich mir, es wäre vielleicht besser, ich würde die „In Sachen Camping“-Rubrik still und heimlich und ohne viel Wirbel wieder einstellen. Denn eigentlich möchte ich mit meinem Geschreibsel ja auch wirklich niemanden beleidigen.

Aber… dann gibt es entsprechende Situationen, teilweise echt schräge Sachen dort draußen auf meiner Wallfahrt,… für die ich letztendlich ja auch wirklich sehr dankbar bin (auf die Wallfahrt,…)! und auf manche Situationen… hauptsächlich mit anderen Campern, da könnt ich halt wahrlich darauf verzichten.

Wie z.B. auf die Campingplatz-Nachbarn mit den Schreikindern…, die es wohl auf jedem Campingplatz gibt und die… dann gefühlt auch meist immer neben mir stehen! Und deren Kinder Tag wie Nacht bei jeder Kleinigkeiten das Brüllen anfangen und zwar mit einer Inbrunst und Tonlage, als wären sie vom Teufel besessen. Ich weiß, da können die Eltern nix für, oder vielleicht doch… ach was weiß ich,… aber es ist dann ja noch keine Beleidigung, wenn ich hier ganz vorsichtig erwähne, dass ich in diesen Momenten ganz froh bin, alleine unterwegs zu sein.

Ich könnte zum Beispiel verzichten auf Nachbarn, die auf einem überfüllten und bis auf den letzten Platz besetzten Wohnmobilstellplatz ihre Markise ausfahren und den eh schon spärlichen Platz mit ihrer Ignoranz noch weiter einschränken.

Ich könnte verzichten auf jene Nachbarn, die auf selbigen überfüllten Stellplatz ihr komplettes Campingmobiliar ausfahren und mit Wein, Weib und Gesang bis tief in die Nacht den Weber grillen (unbezahlte Werbung!). Und Freunde, nicht dass ich jetzt den Eindruck einer Spaßbremse erwecke, wir reden hier von einem Stellplatz, und keinem Campingplatz, entiendes?!

Ich könnte verzichten auf Nachbarn, die auf Campingplätzen stundenlang den Motor zur Batterieladung laufen lassen, obwohl die platzeigenen Steckdosen nur ein paar Meter von ihnen entfernt liegen. Und die machen das nicht für ihre Klimaanlage oder weil sie Kabel vergessen haben oder sonstirgendwas kaputt ist. Die machen das schlicht und ergreifend, weil sie zu geizig dafür sind, die 4,50€ Stromflatrate des Campingplatzes zu bezahlen. Woher ich das weiß? Ich habe nachgefragt…

Ebenso geizig sind jene Kollegen, die sich zum Übernachten rotzfrech auf den Parkplatz VOR einen Campingplatz stellen. Und die machen das auch nicht, weil der Campingplatz etwa voll wäre oder ihr Sprit nicht mehr bis durch die Einfahrt gereicht hat. Warum? Darum!

Und abschließend… könnt ich auch verzichten auf Stellplatz-Nachbarn, die auf nem Wohnmobilstellplatz justintime ihr Abwasser am Stellplatz ablaufen lassen (während ich quasi direkt neben ihrem Grauwasserauslass sitze). Und hier könnte man dann möglicherweise auch von einer Beleidigung sprechen, aber auch nur, wenn ich beschriebenes Verhalten entsprechend persönlich kommentiere, und zwar mit einem unmissverständlich deutlichem „Drecksau!“ Jo, ich denke, das gilt jetzt als Beleidigung!

So, ich bin fertig,… und damit habe ich es mir nun auch noch mit dem Rest der Wohnmobilgemeinde verschissen.

Und jetzt versteht ihr vielleicht auch, warum ich darüber nachdenke, ob es nicht besser bzw. taktisch vielleicht klüger wäre, den „In Sachen Camping“ Klamauk wieder einzustellen. Denn warum Kollegen verärgern und Leser vergraulen, es gibt ja noch so viele andere Geschichten nachzuerzählen.

Apropos nacherzählen,… stört es euch eigentlich, wenn ich im Verlauf meiner Beiträge zeitlich bissel wirr hin und herspringe?? Im letzten Beitrag war ich ja noch auf Menorca und plötzlich schreibe ich Aktuelles aus Portugal, der nächste Beitrag kommt dann wieder aus Menorca bzw. Barcelona/Pineda del Mar…. Macht das (Un-)Sinn, ist das nachvollziehbar? Oder soll ich mit meinen Artikeln in der chronologischen Reihenfolge meiner Erlebnisse bleiben? Seid so nett und schreibt mir das doch bitte mal in die Kommentare, vielen Dank! 🙂

So,… und jetzt also mal kurz nach Portugal gebeamt, die Geschichte auf der Moskito-Wiese… just-in-time,… gerade mal ne knappe halbe Stunde ist es her und wir schreiben aktuell kurz nach halb zwei Uhr auf d´Nacht! Klein Knothi liegt in zwei Decken eingerollt in seinem kuscheligen Bett, träumt bisserl vor sich hin und möchte gerne schlafen. Es ist finster draußen, der Mond wolkenverhangen, und hier und da hörste aus der Dunkelheit ein paar Zirpen. Plötzlich wird mein Dämmerschlaf durch laufendes Motorengeräusch und stetigen Türenlärm unterbrochen. Ich frage mich innerlich, warum sich jemand ausgerechnet direkt neben mich stellen muss, obwohl die Wiese wirklich riesig und aktuell noch komplett leer ist,…

Kurze Denkpause,… ne halbe Stunde später und der Motor meines neuen Nachbarn läuft halt immer noch und auch das Türauf-/Türzu-Spektaktel hat sich noch nicht wirklich gebessert und geht in einer erweckenden Unregelmäßigkeit weiter. Und ergänzend hat mein umtriebiger Nachbar nicht nur Türen zum auf und zuschlagen hat, sondern auch ne Schiebetür, denn auch diese geht immer mal wieder auf und zu und auf und zu. Das passiert so oft, dass ich mich ernsthaft frage, wie zum Teufel eine komplette Fußballmannschaft in einem kleinen Auto oder Wohnmobil Platz haben kann. Oder steht da vielleicht ein kompletter Fernreisebus neben mir? Ich war bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor der Türe, um das dortige Geschehen mal in Augenschein zu nehmen.

Nochmals gute 15 Minuten später ist mir dann der Kragen geplatzt und ich beschloss, Abwehrmaßnahmen zu ergreifen! Und hier ist nun endlich der Zeitpunkt gekommen, um mal etwas detaillierter auf meine Wohnmobil-Technik einzugehen! Deshalb kurz weg von der eigentlichen Geschichte und hin zu einer knothschen Wohnmobiltechnik-Erklärbär-Runde!

Möglicherweise werden mich manche jetzt für komplett bescheuert halten, aber ich habe meinen Kastenwagen abwehrmaßnahmentechnisch ein klitzekleinwenig aufgerüstet 🙂 – dem aufmerksamen und detailverliebten Betrachter meiner Kastenwagenbilder wird es vielleicht schon aufgefallen sein. Der individuelle Dachaufbau meiner Tine (Name der Kastenwagens) umfasst neben der riesigen Monster-Dachbox außerdem noch allerlei an technischem (Abwehr-)Firlefanz. Dieses sorgt neben alltäglichem Staunen und vielen Fragen von Camperkollegen außerdem für meine Sicherheit beim Freistehen und damit zusammenhängend auch für mein persönliches Wohlbefinden.

Was genau habe ich denn da nun verbaut??

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**Erklärbärmodus an**

Die 1700-Liter fassende XXL-Dachbox der Herstellers „Piiieeep“ dient ähnlich wie eine Radarschutzkuppel als Behausung für ein digitales Ortungsradarsystem Namens „NOMAD“. Dieses System soll folgende taktische Aufgaben erfüllen:

  • Feststellen, Orten und Klassifizieren gegnerischer Nachbarn und/oder böser Buben

  • Vorausberechnung des Gefahrenpotentials

  • Feststellen der Wirkung und Feuerkorrektur meiner am Dach verbauten Mikrowellenstrahler sowie der beiden Laserkanonen

  • Quelle für Aufklärungsinformationen

  • Bestimmung von Daten der Störlage

  • Kommunikation mit den Kampfeinheiten

NOMAD ist im direkten Datentransfer mit den beiden Laserkanonen am linken und rechten Heck sowie mit den drei Mikrowellenstrahlern an den Fahrzeugseiten wie auch an der Front verbunden. Die Funktionsweise der Laserkanonen ist selbsterklärend, die Mikrowellenstrahler kommen durch in der Wohnkabine eingebaute Killswitch-Schalter zum Einsatz und bruzzeln im Falle einer außerordentlichen Gefahrensituation den bösen Buben mit einer 3-Phasen-Gammawellenstrahlung ganz einfach das Hirn weg… **Erklärbärmodus aus**

Und genau so eine Gefahrensituation haben wir nun just auf der portugiesischen Moskitowiese… **breites Grinsen**.

Lagebesprechung: Ein Troll (ich schätze spanischer oder portugiesischer Herkunft) wurschtelt seit über ner Stunde neben mir an, in, und um seinem Fahrzeug herum, lässt den Motor laufen und bringt mich damit um meine Nachtruhe.

Wer mitten in der Nacht länger als ne halbe Stunde Radau macht, schert sich wenig um die Bedürfnisse und Gepflogenheiten seiner Nachbarn. Wir befinden uns auf riesigem Stellplatz-Terrain und unser Held hätte sich überall hinstellen können. Dennoch wählte er mit meiner Nähe und seinem andauernden Lärm eine direkte Konfrontation. Das randalierende Subjekt wird deshalb von NOMAD automatisch als gegnerischer Nachbar klassifiziert. Abwehrmaßnahmen werden erforderlich!

Noja… 🙂 soweit so gut… und deshalb hab i dann halt mal einen der drei dicken Killswitch-Schalter, die direkt neben meinem Bett verbaut sind, ohne zu Zögern und mit einem breiten Grinsen umgelegt!

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Und damit habe ich dann wohl auch das gegnerische Ziel umgelegt, denn 5 Minuten später war der Randalierer neben mir verstummt und es herrschte Totenstille.

Und zu meiner Überraschung,… war am nächsten Morgen das gegnerische Ziel dann komplett verschwunden. Möglicherweise war die Leistung meiner Bruzzelstrahler zu hoch eingestellt, und deren Gammastrahlung haben das gegnerische Ziel vollständig pulverisiert. Oder mein Nachbar hat sich aufgrund der grellen Strahler darüber gewundert, mit was für nem Freak er es da zu tun hat und hat deshalb die Flucht ergriffen. Letztendlich ist mir das auch wurscht! Wichtig ist, es herrscht wieder Ruhe draußen und mein Plan hat funktioniert! Und ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert! 🙂 🙂

Und das war sie dann auch schon wieder, (m)eine “In Sachen Camping”-Geschichte. Man könnte die Geschichte vielleicht auch umbennen in “wie dem rücksichtlosen Nachbarn ein Licht aufgeht…”

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4 thoughts on “In Sachen Camping (Teil 4)”

  1. Herrlich! Hätte von mir kommen können den genau so Erlebnisse hatte ich auch schon einige. Wenn man sowas erzählt fassen sich alle den Kopf und sagen das gibt es doch gar nicht. Und doch, da draussen da leben sie und warten darauf unsereins zum Verzweifeln zu bringen 🙂

    Gruss Bernd

  2. Also mich interessieren ja die letzten Beiträge von dir überhaupt nicht mehr, dieser hier war Mal wieder deutlich persönlicher und daher viel interessanter. Wo man auf welcher Insel gut campen kann ist mir ziemlich egal, wenn Knothi aber auf einen Seeigel tritt, mit den Behörden kämpft oder ein Einhorn reitet will ich darüber lesen.

    • Howdee Andreas 🙂 es freut mich sehr dass du dennoch mit an Board geblieben bist!!
      Die Wohnmobilbeiträge waren eigentlich weniger als Vanlifeexperten-Gedöns, sonder vielmehr als ein Google-Experiment gedacht. Lustigerweise ist dieser Testballon sehr hoch aufgestiegen, daher wird es Beiträge dieser Art zukünftig immer mal wieder bei mir geben. Sry4that!

      Persönliche Beiträge,… ahja… okay! So mit „was gibts zu Essen“ und so…?! Meinetwegen,… aber meine Einhorn-Storys, mein Freund… des wird halt nix!! 😀 Sowas kann i echt ned in der Öffentlichkeit breitreten… was solln denn am End noch die Leut denken?? 🙂

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