Bildanfragen an: info@luvseitig.de
logo

Category : Geschichten

09 Feb 2021
WinterAuenLand

Winter im Auenland

Ein Jahr ist mittlerweile vergangen seit der Rückkehr des kleinen Hobbit. Ein ganzes Jahr…

In diesem einen Jahr ist vieles passiert. Zeit für Gedanken… (mehr …)

01 Nov 2020
Bye bye Facebook

Bye bye Facebook, es ist Zeit…

Lange Zeit habe ich mich gefragt, wie es sich wohl anfühlen würde, so „ein Leben ohne Facebook“?! Jetzt habe ich´s gewagt, und kann sagen: „Ein kleiner Schritt für die Menschheit… aber… ein riesiger Schritt für mich!“ 🙂 (mehr …)

30 Okt 2020
Alquezar - Panorama

Von Alquezar ins Königreich der Himmel

“Worte sind so unendlich mehr als aneinandergereihte Buchstaben… sie sind der Weg, den unsere Seele gefunden hat, sich zu offenbaren…” (mehr …)

11 Okt 2020

Own Spirit Festival

Viel zu lange habe ich euch warten lassen, aber es ist nun soweit – es ist Festivalzeit! Und diesmal ist nicht nur Festivalzeit, es ist… eine besondere Festivalzeit! Wir besuchen das Own Spirit Festival!

Naaaa? An was habe ich wohl als erstes gedacht, als ich zum ersten Mal vom „Own Spirit Festival“ hörte? Na klar, an den Flaschengeist,… weil… Festival und Spirituosen? Das würde doch passen, oder nicht? 🙂

Möglicherweise,… hat das Own Spirit ja mit spirituellem Firlefanz zu tun? Mmmm, yoooa ohmmm,… das könnte sogar stimmen! Bevor ich hier die Karten jedoch auf den Tisch lege, lasst mich euch doch noch bissel auf den heiligen Geist gehen und um selbigen herum schreiben. Lasst mich zur Einleitung erstmal erzählen, wie ich überhaupt aufs Own Spirit Festival gestoßen bin:

Es war kurz nach der Feier-Woche in der ich den Billy kennengelernt habe! Ihr wisst schon noch, den Psycho Billy… Noch angerauscht von den vielen Humpen Bier der vergangenen Festivalwoche durchstöberte ich mit einem latenten Tinnitus-Pfeifen im Ohr das Internet nach der nächsten nähesten Festivität. Das Psychobilly Meeting hing mir dabei noch tagelang mit einem pfeifenden Lied in den Ohren, welches mich in der Melodie bissel an einen wilden Buchtitel erinnerte: Probiers mal mit Gemütlichkeit… mit Ruhe und Gemütlichkeit… la la la…

Okay, war wahrscheinlich Engelchen die mir da ins Ohr pfiff und mich etwas zur Zurückhaltung mahnte. „Wega mia, dann halt eben mal nen Gang zurückschalten,“ bestätigte ich leise murmelnd Engelchen und stöberte im Internet die Umgebung nach kleinen und gemütlichen Festivals ab. Mein Suchkriterium: es darf gemütlich elektronisch werden! Mit Mallorca Live und der Woche Psychobilly Rock habe ich in den letzten Wochen für meine Verhältnisse schon sehr weit über den eigenen musikalischen Horizont hinaus hören dürfen. Ich verspürte jetzt einfach ein Bedürfnis nach vertrauten Klängen!

Meine Suchrecherche für die Umgebung ergab für die nächsten Wochen zwei Suchtreffer. Ein Festival mit dem schicken Namen „Nowhere“ und eben auch dieses „Own Spirit Festival“. Meine erste spontane Entscheidung: „Muhaha, ich nehm einfach beide! :)“ Leider hatte ich meine Bestellung noch nicht mit dem Wirt ausgemacht, denn das Nowhere findet nicht nur an einem geheimen Ort statt, sondern ist auch nur was für Geheimagenten. Die Ticketvergabe ist… ebenfalls geheim! Und bis mir die ganze Geheimniskrämerei dann irgendwann mal auf den Zeiger ging und ich direkt beim FBI angerufen habe, da gab es fürs Nowhere auch schon keine Karten mehr. Blieb also auswahlelektronisch nur das Own Spirit Festival über.

Ein kurzer Faktencheck im Internet ergab nicht so sehr viel an Information. Das offizielle YouTube-Video des Vorjahres zeigte mir ein kleines Festival, viel Natur, einen See und viele Familien mit Kindern. Und halt noch so Yogazeugs und Esogedöns und viele lachende und strahlende Gesichter. „Das wird wohl so ein alternatives Festival sein, schön mit Ohmmmm und Summmm…!“ flüsterte ich meinem Engelchen zur linken Schulterseite zu. „pieeeeeeeeeeep“ flüsterte Engelchen zurück, was wohl so viel heißt wie „ja ja, mach einfach mal“!

Was mir bei meiner Internetrecherche sehr missfiel war der seltene Umstand, dass ich als alter Elektroniker nicht einen einzigen DJ-Namen aus dem einwöchigen Festival-Lineup kannte. Warum? Weil Goa- bzw Psytrance… und Psydub, Progressive Trance, Goa Trance, Psytech, bla bla bla…

HILFE!!! GOA – das bedeutet für mich übersetzt ungefähr so viel wie „Geh OidA!“ das bedeutet für euch in verständlichem und unfallfreien deutsch übersetzt „Lauf weg du lebenserfahrener Mann!“ Und das ist kein Spaß, das ist diesmal echt ernst! Um es etwas greifbarer zu erklären, bemühe ich mich mal wieder externer Quellen:

**Erklärbärmodus an**

Goa versucht, die neurologischen Effekte von LSD mithilfe einer konstanten großen Trommel, „wirbelnder“ Schichten von Stakkato klängen mit oftmals östlichen Tonskalen, „außerweltlichen“ Klängen und hypnotischen Alternationen der Klangfarbe akribisch zu simulieren.[2] Die Musik setzt sich aus 4/4-Takten zwischen ursprünglich 130 und 150 bpm zusammen, mittlerweile werden auch Geschwindigkeiten bis zu 180 bpm und mehr erreicht. Die Kicks sind deutlich energischer und kompakter als bei anderen Trance-Richtungen. Dadurch entsteht ein „stampfender“ Charakter des Rhythmus, welcher so den stapfenden Tanz im Sand oder auf der Wiese untermalt. (Quelle: Wikipedia)

**Erklärbärmodus aus**

Ich habe bisher um Goamusik einen großen und weiten Bogen machen wollen bzw. müssen! Warum? Weil sowohl mein harmonisch musikalischer Verstand wie auch meine Füße in einer anderen weil langsameren Taktfrequenz funktionieren. Ich empfinde die derb heftig schnellen 150-180 Beats pro Minute (bpm) dieser Krawallmukke schlicht und ergreifend als überfordernden Lärm.

Dennoch – Goa würde auch in meinem Kopf funktionieren, aber nur mit Cheating (= neumodischer Anglizismus, bedeutet Tricksereien):

Ich müsste meinen Verstand mit legalen oder illegalen Substanzen so weit betäuben, als dass in selbigem die scheppernde Musik durch die mutwillig herbeigeführte Sedierung in extrem verlangsamter Geschwindigkeit ankommt und ich bzw. meine Füße auf die geschwindigkeitsreduzierte Taktrate wieder tanzen können.

Dieser Kniff mit der Zeit bringt jedoch ein urwitziges Problemchen im Smalltalk mit anderen Besuchern mit sich: Während die Musik in erträglicher weil stark verlangsamter Geschwindigkeit an meine Klangrezeptoren andockt, laufen auch direkte Gespräche mit Mitfeiernden quasi in Zeitlupe ab. Lustigerweise klingen diese Gespräche recht surreal nach Comedy, außerdem fällt es mir unheimlich schwer, darauf angemessen zu reagieren bzw. zu antworten. Deshalb zweifle ich die bei mir notwendige Sedierung als den eigentlichen Sinn und Zweck meines Goa-Musikgenusses an und lasse von dieser Trickserei lieber meine Finger. Vielleicht aber erklärt dieses von mir erfundene Szenerio die Vielzahl an Substanzen die man auf so einem Festival erwerben kann. Möglicherweise geht es vielen der Besucher ähnlich wie mir kleinen Hobbit?! *grunz*

Halten wir also fest, Goamusik hält in meinem elektronischen Musiversum keinen oder nur einen der unteren Plätze belegt!.

Und hier war dann auch der Haken! Ruhe, Gemütlichkeit und Musik mit scheppernden bis zu 180 bpm,… plus Kids und Familien,… und Ohmmm und Summmm,… ich habe das irgendwie gedanklich nicht so ganz in die Reihe bekommen können. Deshalb war ich schwer skeptisch, ob mir das Own Spirit Festival eine gute Zeit schenken oder ich nach ein paar Takten Musik überfordert die Tanzzelte verlassen würde. Ziemlich verunsichert schielte ich deshalb wieder in Richtung meiner linken Schulter. „Pieeeeeeeep“… okay… Own Spirit, wir kommen…! 🙂

Die Anfahrt

Nach dem Tinnitus-Anpfiff meines Engelchens fahre ich also los in das kleine verträumte Dörfchen Baldellou in der Provinz Huesca in der autonomen Gemeinschaft Aragonien in Spanien . Einige Kilometer von Baldellou entfernt liegt auf einem terrassenförmig angelegten Gelände am Ufer des malerischen Stausees Santa Anna das Own Spirit Festival.

Baldellou… dieser Dorfname triggert mein wortakrobatisches Kleinhirn… und rrring rrrring… aus Baldellou formt sich in meinem Kopf ein „bald alloi“. Der Schwabe in mir erkennt die Zusammenhänge und findet sich in dem kleinen spanischen Dörfchen Baldellou auch munter alleine zurecht, denn – außer mir ist dort keiner weiter da!

[photogrid ids=”4349,4348,4347,4346″ captions=”yes” columns=”three” fullwidth=”yes” ] 

Kein Witz, in der kleinen Gemeinde Baldellou ein paar Kilometer unweit des Festivalgeländes ist quasi die spanische Katz g´freckt. Denn außer klein Touristen-Knothi war während meines 7-minutigen Rundgangs um das Dorf an der Stadtmauer entlang keine Menschenseele weit und breit zu sehen. Und nach den 7 Minuten Geradeauslaufen bin ich übrigens wieder auf „Los“ angekommen, somit habt ihr nun auch eine Ahnung von der Größe des kleinen verschlafenen Nestes. Letzte Dorfzählung 76 Einwohner Anfang 2019 – noch Fragen? 

Tipp: Festivalgänger decken sich besser vor der Ankunft mit allem Notwendigen für die Festivalwoche ein! Baldellou hat zwar einen kleinen Dorfladen, aber… Baldellou hat auch nur einen kleinen Dorfladen – verstehste?! Die nächste größere Einkaufsmöglichkeit in Form eines Supermarktes (und/oder Geldautomat) ist mit einer knappen halben Stunde Autofahrt in Alfarràs ein gutes Stück weit entfernt. Laufen oder Radfahren geht auch,… macht bei gut 40 Grad im Schatten aber wenig Spaß und noch weniger Sinn.

Wir lassen Baldellou links (in echt eigentlich rechts) liegen und fahren die schmale Zubringerstraße weiter an den Santa Anna Stausee zum Gelände des Own Spirit Festivals. Dort angekommen staune ich nicht schlecht…

[photogrid ids=”4350,4351,4352″ captions=”yes” columns=”three” fullwidth=”yes” ]

Die Location

Heiligs Blechle – da hat sich aber jemand wirklich Mühe gegeben – beim Aufbereiten und/oder Einebnen von echt praktischen Zelt- bzw. Festival-Terrassen auf einem eigentlich wundervollem atemberaubenden Stück Stausee-Uferland, dazu später aber mehr!#

Selten habe ich ein eindrucksvolleres Festivalgelände gesehen!

[photogrid ids=”4353,4354,4355″ captions=”yes” columns=”three” fullwidth=”yes” ]

Eingebettet zwischen einem eindrucksvollen Felsmassiv zur linken und dem Santa Ana-Stausee zur Rechten fühlt man sich beinahe überwältigt von einer atemberaubenden Landschaft und Natur. Nur die Festival-Terrassen passen da halt eigentlich nicht so ganz rein, dazu aber später nochmal mehr hoch zwei… !#

Das am Festivalgelände angrenzende Felsmassiv erinnert mich in Struktur und Form sehr an den Uluru (englische Bez: Ayers Rock). Dieser australische Inselberg, der von den Ureinwohnern aufgrund seiner Traumzeit-Relevanz als heiliger Berg verehrt wird, erstrahlt im Lichte der Abendsonne in spektakulärer roter Farbe und gilt als eines der bekanntesten spirituellen Wahrzeichen Australiens. Möglicherweise haben sich die Veranstalter von eben jenem Ort inspirieren lassen und gaben dem Festival deshalb seinen besonderen Namen!

[photogrid ids=”4356″ captions=”yes” columns=”three” fullwidth=”yes” ]

Der Ort wirkt mystisch,… , magisch,… spirituell,… ! Ich war bzw. bin auch jetzt noch (über ein Jahr später) sehr stark beeindruckt von den positiven Energien, die mir dieser besondere Ort am Santa Ana Stausee zuteil werden ließ. Und nein, hier sind bzw. waren keine Drogen am Werk…#

Der Stausee in unmittelbarer Nähe des Festivals wirkt nicht nur auf dem Titelfoto erfrischend! Mehrere Badestellen rund um das Festival laden nur einige Meter von der Tanzfläche entfernt nach oder zwischen dem Tanz zum Baden ein. Und glaubt mir, Ende Juli ist das im spanischen Inland bei Temperaturen um die 40 Grad phasenweise auch notwendig.

Das Festival

„Own Spirit ist ein visionäres Festival, das Musik und psychedelische Kultur, Gemeinschaftssinn, spirituelles Wachstum und Tanz als Ausdruck des Seins verbindet. Beim Own-Spirit-Festival feiern wir das Leben und laden Menschen aller Altersgruppen, einschließlich Familien und Kinder, ein, an diesem Prozess der Transformation und des Gewinnens von Achtsamkeit teilzunehmen. Wir bieten Musik auf 2 Bühnen, dem Dancefloor und dem Frequenztempel, und eine Holistische Zone, die ganz der spirituellen Heilpraxis und der Entwicklung unseres Potenzials als menschliche Wesen durch Workshops, Aufführungen, Debatten und Konzerte gewidmet ist.

Außerdem möchte Own Spirit ein nachhaltiges Festival sein. Das Santa-Anna-Reservoir ist dank seiner wunderschönen Natur ein sehr energetisch kraftvoller Ort, und wir sind davon überzeugt, dass die Natur unsere Mutter und Lehrerin ist. Deshalb möchten wir diese Werte an unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer weitergeben und versuchen, selbst ein Beispiel für Respekt, Liebe und Fürsorge für alles um uns herum zu sein.“ (Quelle: Own Spirit Festival)

Die aus dem englischen übersetzte Festival-Beschreibung des Veranstalters ist weder gelogen noch zu weit aus dem spirituellen Jenseits herbeigeholt. Auf dem Own Spirit Festival findet der interessierte und offenherzige Besucher ….

*

(Warteschleifenmusik)

DING DONG…

***Werbeeinblendung***

Automatische Ansage wird abgespielt:

„Sehr geehrter Luvseitig-Besucher,

Ihr Leselimit für diesen Beitrag wurde soeben erreicht! Bitte gedulden Sie sich einen Augenblick und/oder werfen eine Münze in die Kaffeekasse“ … (Anmerkung der Redaktion: Kaffeekasse gibt es noch nicht)

Pieeep – kein Münzeinwurf! Pieeeeep!

Bitte gedulden Sie sich noch einen Augenblick… bald geht es weiter mit dem Own Spirit Festival-Bericht Teil 2 (demnächst online)

In der Werbe- bzw. Pausenzeit empfehle ich euch vorbereitend auf den zweiten Teil meines Berichts das offizielle Own Spirit Festival Aftermovie aus dem Jahr 2019! Ich war da und möchte das Geschehen deshalb vorab spoilernd mit drei Worten zusammenfassen:

Ja, genau so!!! 🙂 🙂 🙂 :

24 Sep 2020
Die Reise geht weiter

Die Reise geht weiter…

Von Tag zu Tag spüre ich ein stärker werdendes Verlangen nach einer Fortsetzung meiner Reise! Pandemiebedingt habe ich mich aktuell dagegen entschieden. Was also tun? (mehr …)

18 Dez 2019
Farbenspiele am Cap de Creus

Farbenspiele am Cap de Creus

Unberührte Landschaften an Spaniens Küsten sind selten, aber es gibt sie! Zum Beispiel dort wo der Teufel tanzt – zum Beispiel am Cap de Creus! (mehr …)

05 Dez 2019
Eis und Feuer in Girona

Eis und Feuer in Girona

Wer das Lied von Eis und Feuer kennt bzw. die Bücher gelesen hat, weiß um deren grandioser Geschichte. Für die Blockbuster-Serie Game of Thrones wurde unter anderem in Girona gedreht – und… genau da fahren wir jetzt hin! (mehr …)

22 Nov 2019
Zeitreise nach Lloret de Mar / Luvseitig.de

Zeitreise nach Lloret de Mar

Wie im letzten Beitrag versprochen, reisen wir wieder zurück in die Vergangenheit, oder war es die Zukunft,… Gegenwart?? Ähhh… egal,… denn Zeit spielt keine Geige, der Ort ist entscheidend! Und in der folgenden Geschichte liegt dieser Ort in: Lloret de Mar…

Achtung, wir reisen nach Lloret de Mar im doppeltem Sinne in die Vergangenheit! Warum? Bezüglich meiner Berichterstattung falle ich in der Chronologie der Blogbeiträge nun wieder um ca. vier Reise-Monate zurück und erzähle meine Geschichten nahtlos ab dem Psychobilly Meeting in Pineda del Mar weiter. Denn neben dem Städtchen Pineda del Mar liegt nur ein paar Kilometer weiter nordöstlich die Küste hoch Lloret de Mar, und deshalb geht es eben dort mit der nachfolgenden Geschichte weiter.

Außerdem ist die in der Überschrift angekündigte Zeitreise nicht nur artikelchronologisch sondern durchaus auch erinnerungstechnisch gemeint. Denn als der Knothi mal klein war,… also quasi früherwachsen,… da war der Bub auch irgendwann mal in seiner Jugend in Lloret de Mar – Saufen und so. Und daran erinnere ich mich gerne und nun erinnerte ich mich eben auch daran in Pineda del Mar, weils halt glei nebendran liegt.

Woran ich mich auch ganz besonders gerne in Lloret erinnere, ist eine kleine feine Discothek names “Moef Gaga”. Ja Gaga genau… und dieses Moef Gaga, diese Discothek, ist/war ein ganz besonderer Schuppen! Warum? Der Laden war bis oben hin vollgepackt mit Licht- und Tontechnik vom Allerallerfeinsten! Ich erinnere mich da zum Beispiel an die bewegliche Deckenkontruktion bestehend aus einzeln beweglich montierte Traversenelementen, Tanzpodeste die aus dem Boden fahren, unzähliges BlingBling und fette Lichteffekte. An der Decke ein mächtiges BOSE Wave-Cannon-System mit Bassreflex-Rohren, die sich über die kompletten Breite des Tanzsaales zogen! Und der riesige Monster-Laser…ooohh ja, einen mächtigen Show-Laser gab es auch! Und genau jener fette Laser war es, welcher dem jungen Knothi die erste Lasershow seines Lebens bescherte, zu John Mile´s “Music” aus dem Jahre 1976. Mächtiges Badabumm…

An den Laser erinnere ich mich noch als wäre es erst gestern gewesen. Eine legendäre Lightshow zu legendärer Music… und beides hat den jungen Bub vor ca. 25 Jahren dermaßen von beeindruckt – ein wahrlich prägendes Ereignis! Und einige Jahre später dann wurde aus dem kleinen Bub in seiner Freizeit tatsächlich ein junger (und wilder) Lighjockey! Und in der Discothek seiner Heimat feuerte der junge Lightjockey dann Lichtblitze und Laserstrahlen um die Augen und Ohren der Diskothekenbesucher – beinahe so wie ein kleiner Superheld. Und während ich gerade diese Zeilen so schreibe muss ich selbst laut lachen, denn die Lichtblitz- und Laserstrahlennummer hat tatsächlich Superheldencharakter. Na also,… jetzt haben wir es,… klein (jung) Knothi war ein Superheld – nicht mehr und nicht weniger!!! Und seine Superkräfte erlangte er erstmalig wo? Genau – im Moef Gaga in Lloret de Mar!

Aufgrund dieser Besonderheit meiner Jugend, der Geburtsstunde meines Superheldendaseins, war ich neugierig, ob es diesen Gagaschuppen denn überhaupt noch gibt bzw. ob oder was daraus geworden ist – 25 Jahre später! Deshalb meine Reise nach Lloret! Schalalaaa…

Also schnallt euch mal an… denn jetzt geht’s wieder ab hier, zack zack, aufi geht’s! Einsteigen und mitfahren, eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt! (und für diese Wahnsinns-Herleitung zum eigentlichen Thema habe ich auch nur sage und schreibe knappe 4000 Zeichen benötigt! Meine Laber(super)kräfte werden mächtiger…) 🙂

Na denn, dann rollen wir mal los… und zwar mit Beep beep meinem Elektroroller direkt vom innerstädtischen Campingplatz Lloret Blau in die Fußgängerzone, oder halt ne,… wir fahren “vor” die Fußgängerzone, denn in Lloret de Mar habe ich dann zum ersten Mal ein Verbotsschild für Elektroroller entdeckt. Kann man so machen! Und um ganz ehrlich zu sein, sollte man das auch so machen! Die Spanier sind vielleicht nicht ganz so ausgeschlafen wie wir, aber halt mal wieder etwas schlauer. Eine autofreie Innenstadt, (Elektro-)Rollerverbot in der Fußgängerzone, und wenn wir schon beim Schlaumeiern sind, dann werfen wir die Radfahrer gleich auch noch mit raus! Schlaues Volk die Spanier! Deutsche Politik, nimm DAS…

[photogrid ids=”4045″ captions=”yes” columns=”three” fullwidth=”yes” ]

Die rollerfreie FuZo Llorets war meine erste Überraschung, der zigarettenfreie Strand die zweite! Ob das in dieser promillegeschwängerten Umgebung funktioniert mag ich zwar bezweifeln, aber den Versuch und die Idee finde ich toll!

Ansonsten hat sich in Lloret gar nicht mal so sehr viel verändert. Noch immer tummeln sich bereits tagsüber Heerscharen von jungen Leuten mit alkoholfreien wie alkoholischen Getränken am Strand und in den umliegenden Strandbars. Mir ging der Trubel der Ballerjungen und Ballerfrauen gleich von Beginn an bissel auf den Sack, aber hey,… ich war ja auch mal jung, und… ich war ja auch mal hier, hab gesoffen… bis hin zur Promillegrenze und darüber hinaus. Drück ich ein Auge zu, oder beide,… sind einfach bissel Gaga die jungen Leut. Apropos Gaga, da war doch was…

[photogrid ids=”4043,4042″ captions=”yes” columns=”three” fullwidth=”yes” ]

Tatsache, die Discothek Moef Gaga gibt es noch, Respekt! Und vor lauter Freude darüber bin ich in meinem jugendlichen Leichtsinn am Abend dann auch gleich zum Türsteher des Ladens marschiert und habe ihm mit leuchtenden Augen erzählt, dass ich vor 25 Jahren schon mal hier war. Und die Lasershow und die Lichteffekte dann dafür verantwortlich waren, dass ich zum Superhelden wurde und Blitze und Laser verschie… “ist scho gut, hast freien Eintritt” unterbrach mich der Türsteher! Was ich mit einem verduzten “Öhhh,… **freu**… okay” dankend annahm.

Joa, und dann wackelte der kleine Bub freudestrahlend und stolz wie Bolle in den Discoschuppen seiner Jugend und fühlte sich bereits beim Durchschreiten des Eingangsfoyers um gute 25 Jahre zurück in die Zeit versetzt. Und nachdem er dann die beiden Flügeltüren, die in den eigentlichen Hauptsaal führten, voller Vorfreude aufstieß und mit einem jugendlichen Hopser den Planeten Gaga erobern wollte, da hörte er just in diesem besonderen Augenblick auf wundersame Weise eine unverkennbare vertraute Musik. Und diese Musik, die ging in etwa so:

 

Joa, genau…

Bereits mein erster kurzer Blick durch den neuen Tanzsaal der Gaga-Disse riss mich aus der Traumblase der Vergangenheit und katapultierte mich auf direktem Weg zurück in die Gegenwart. Mein legendäres Moef Gaga… Quell meiner Superkräfte… Geburtsstätte meines Heldendaseins… mein Olymp…

***lange Denkpause***

Was war das für ein Reinfall!!! Aus DER innovativsten und prägendsten Discothek meiner Jugend ist ein moderner 0815-Schuppen geworden! Schön mit ohne Bling Bling, 0815 Lichttechnik, 0815 Tontechnik, digitales Kassen- und Schanksystem,… und und und! Natürlich wurde auch der Superheld (Lightjockey) eingespart und die Lichteffekte liefen auf Autopilot ohne jegliches Takt- bzw. Musikgefühl. Alter! Und die Mucke … auch 0815, so wie es sich für einen echten 0815-Laden der Neuzeit eben gehört.

[photogrid ids=”4046,4047″ captions=”yes” columns=”three” fullwidth=”yes” ]

Die legendäre Monsterlasershow gab es natürlich auch nicht mehr und der aktuell mini Chinalaser lief auf Autopilot. Außerdem NEU… eine innovative technische Neuerung und Ausdruck modernster Digitalisierung  – ne große digitale Schallpegelanzeige! Freunde,… wie issn des eigentlich wenn man gar nix kann?

“Das hier muss das Werk eines mächtigen Unternehmensberaters gewesen sein” war mein erster nicht ganz ernstzunehmender Gedanke. Nur ein bösartiger Vertreter der schwarzen Künste könnte den Betreiber der Discothek dermaßen verzau… belabern, so dass er unter dem fadenscheinigen Argument der Modernisierung und der Kosteneffizienz und ohne Berücksichtigung des Interesses seiner Gäste dem eigenen Laden die Seele entreißt.

Der Diskothek fehlte nun jegliche Besonderheit, kein Herz, die Seele – verschwunden! Kaputtoptimiert… bravo, toll gemacht Herr Unternehmensberater!!

Und die aktuellen Gäste? Ja die Kids die hatten Spaß… kennen ja auch nix mehr anderes als diesen 0815-Kram! Und der Alkohol,… einzige gleichbleibende Komponente seit mehr als 25 Jahren, der floß beim jungen Gemüse natürlich in Mengen. Apropos… junges Gemüse…

Es hilft einfach nix,… trotz kübelweise Gel, einem aufregenden Hobby, und ner Menge Flausen im Kopf,… aber spätestens hier konnte und wollte ich mich selbst nicht mehr weiter belügen: Ich werde ganz einfach alt, oder… zumindest… fühlte ich mich gerade so!

Echt jetzt, kein Scheiß… und insgeheim hatte ich das schon tagsüber in der Stadt bemerkt, aber jetzt hier auf d´Nacht in der Disko… da gehen dir die kleinen Hobbitse halt nur noch maximal bis zum Bauchnabel und du musst beinahe aufpassen nicht auf einen draufzutreten. Kleines junges Volk,… und der große alte Knothi mittendrin?! Ne das passte nicht,… und außerdem… in so einer seelenlos kaputtoptimierten Krawallbox, da mag ich eigentlich auch gar nicht mehr sein.

Lesson learned: Der kleine Knothi ist gar nicht mehr so klein! Und Superhelden… wird es in der Zukunft bei der aktuellen Entwicklung wohl auch keine mehr geben…

Zumindest habe ich gesehen was ich sehen wollte, bzw. was ich eigentlich nicht sehen wollte,… interessant war sie aber dennoch … meine kleine Reise in die Vergangenheit! Und vielleicht,… vielleicht sagt der nun großgewordene Knothi dem Nachtleben und den Krawallboxen ja endlich Lebewohl?! Denn… ja,… jetzt ist er groß… erwachsen ist er geworden, der Bub,… meistens,… na halt… bis zum nächsten Festival!

 

04 Nov 2019
Kanaren per Fähre mit dem Wohnmobil

Kanaren per Fähre mit dem Wohnmobil

Der Winter kommt – der Knothi geht! Nur wohin?? Erstmal auf ne Fähre und dann auf direktem Weg mitsamt seinem Wohnmobil auf die Kanaren!! (mehr …)

06 Okt 2019
Birdwatching in Tarifa

Birdwatching in Tarifa

Heute gibt es ein Wiedersehen… ein Wiedersehen am Rande der Welt, oder… eher am Rande Europas. Erneut führt mich mein Karma nach Tarifa… und erneut lerne ich dort tierisch beeindruckende Freunde kennen! Viel Spaß mit… Birdwatching in Tarifa! (mehr …)