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Farbenspiele am Cap de Creus

Farbenspiele am Cap de Creus

Unberührte Landschaften an Spaniens Küsten sind selten, aber es gibt sie! Zum Beispiel dort wo der Teufel tanzt – zum Beispiel am Cap de Creus!

Falls ihr euch fragt, wie sich jemand wie ich für ein neues Reiseziele interessieren kann, wenn er doch ständig erklärt, dass er weder etwas von Reiseführern noch von Recherchen hält?! Für einen, der einfach drauflos fährt und sich vom eigenen Karma überraschen lässt?! Am Beispiel Cap de Creus mag ich euch das mal erklären…

Planlos nach Plan

Tatsächlich hatte ich in Girona noch keinerlei Ahnung wohin meine Reise als Nächstes geht. Wie im Beitrag „Eis und Feuer in Girona“ geschrieben, möchte ich aber demnächst zum Dothrakischen Meer (das ist die Halbwüste Bardenas Reales) ca. 450 km landeinwärts fahren und habe außerdem noch einen fixen Festival-Termin auf der Hälfte der Strecke. Mein Feier-Termin ist aber erst in gut 3 Wochen, weshalb ich nun etwas Zeit über habe und diese auch verbummeln kann. Mal zur Abwechslung was ganz was Neues ausprobieren… 🙂

Aufgrund eines schweren Unwetters sitze ich also in Girona, verbummele die gstade Zeit in meinem Camper und recherchiere dabei ein nächstes Ziel. Das geht am besten… über Google Maps! Anstatt mich durch Reiseführer zu wälzen oder mir auf Trip Advisor toll bewertete Sehenswürdigkeiten auszusuchen, scanne ich lieber Googles Satellitenbild nach topografisch markanten und  interessanten Orten ab.

Und tatsächlich finde ich knapp 70km östlich von Girona einen nächsten POI (Point of Interest) – nämlich das Cap de Creus!! 🙂 Warum?

– weil geschützter Naturpark = gutes Karma

– weil auf ca. 10000 ha Naturschutzgebiet nur ein Dorf = wenig Tourismus

– weil nur eine kleine Zubringerstraße = wenig Verkehr

Soweit die Theorie! Ob sich das in der Praxis bestätigt, das wird sich noch zeigen. Ihr seht jedoch schon anhand der Auswahlkriterien, mein Fokus verschiebt sich mittlerweile merkbar – weniger Bling Bling (=Tourismus), mehr Natur..

Tatsächlich bemerke ich seit meinem entschleunigten Aufenthalt auf den Balearen eine markante Veränderung… mit mir, meiner Reise, meinen Zielen…weg von Sehenswürdigkeiten, weg von touristischem Trubel,… hin zur Natur, zum Leben,… zum Sein. Eine Veränderung, die… naja,… möglicherweise schreibe ich irgendwann mal einen eigenen Beitrag zu, mal gucken… 🙂

Sooo,… genug eingegrooved,…nun ab ans Cap de Creus!

Das Cap de Creus

Ein knapp 90 Hektar großes Naturschutzgebiet mit einer einzigartigen Flora und Fauna. Schroff bizarr bunte Felsformationen, geformt über Jahrhunderte durch wilde See und stürmische Winde.

Das Cap de Creus ist das größte unbebaute Gebiet im spanischen Mittelmeer und das einzige Naturschutzgebiet in Spanien, das zugleich eine See- und eine Landseite umfasst. Deshalb… schnie schna schnappi… fahre ich jetzt ans cappi! 🙂

Die Fahrstrecke ans Cap de Creus ist bereits ein kleines Abenteuer. Nur eine einzige Passstraße, die über das Bergmassiv der letzten östlichen Pyrenäenausläufer hinüber an das weit abseits gelegene Cap an die Ostküste Spaniens führt.

Meine Google-Maps Recherchen zeigten mir ein klitzekleines Dorf am Arsch der Welt, keine Hotels, ergo wenig bis gar kein Tourismus. Aus diesem Grund erscheint mir das Cap als ein guter Platz zur weiteren Entschleunigung, an dem ich ohne große Ablenkung unter anderem weiter an meinem Blog arbeiten kann.

Und – meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht! Am Cap de Creus lässt es sich gut bummeln, entschleunigen und Energie tanken. Und schon allein die atemberaubende unverbaute Landschaft ist die Reise wert.

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Wilde und unberührte Natur mitsamt bizar bunter Felsformationen! Und Wind – verdammt viel Wind! Der stramme Vento in Kombination mit der wilden See rund um das Cap ist möglicherweise der Grund, weshalb das Cap von den Fischern früher auch Cap des Teufels genannt wurde. Wenn dir mal locker ein 35er Wind ins Gesicht bläst, dann denkst du dir möglicherweise auch „Teufel Teufel“…

Und tatsächlich ist der Name auch in dem kleinen Fischerdorf Programm, denn zeitweise geht es dort wahrlich mit dem Teufel zu! Was ich nicht wusste: das schnuckelige kleine Fischerdorf mit dem Namen Cadaques fasst zwar keine 2800 Einwohner, dennoch platzt der malerische Ort an den Wochenenden aus allen Nähten.

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Denn – Cadaques ist ein hippes Künstlerdorf, in dem sich die spanische haute volez aus Gironas Einzugsgebiet die Ehre gibt. Warum? Weil kein geringerer als der durchgeknallte Meister Salvador Dali himself sich in Cadaques niedergelassen hatte und den Ort zum Quell seines künstlerischen Schaffens auserkor. Hat ja irgendwie auch gut funktioniert!

Nicht zuletzt aufgrund des wahnsinnigen (!) Erfolgs des weltbekannten Meisters ist in Cadaques abstrakt surreale Kunst allgegenwärtig. Eine Skulptur hier, ein Atelier da,… Cadaques mit seiner schnuckeligen Altstadt erinnert mich beim Entdecken bissel an Alice im Wunderland. Aber,… wer zum Teufel (!) ist Alice??

Cadaques mit dem Wohnmobil

Cap de Creus ist Naturschutzgebiet, es herrscht Freisteh-Verbot, sowohl in Cadaques wie um das gesamte Cap. Und wenngleich der ein oder andere nun gleich wieder die Nase rümpft und sich angegriffen fühlt, aber hier möchte ich auch den ignorantesten Freistehern empfehlen, dieses Verbot zu respektieren und konsequent einzuhalten. Warum? Erstens weil so halt und zweitens, weil ich während meiner gesamten bisherigen Reise noch nicht so viele Polizeistreifen unterwegs gesehen habe wie in und um Cadaques. Möglicherweise genießt die spanische haute volez besonderen Schutz, daher ist hier am Cap de Creus polizeilich halt ein klitzeklein wenig mehr los.

Campingplatz Cadaques

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Frei stehen muss in Cadaques auch gar nicht sein, denn es gibt direkt im Ort einen Campingplatz zu durchaus günstigem Kurs. Zwei entschleunigte Wochen lang stand ich hier mit meinem Kastenwagen – exklusiv und ohne Parkproblem. Für 16,70 € die Nacht kommt ihr neben Stellplatz und der üblichen Infrastruktur außerdem in den Genuss einer exklusiven Aussicht von der campingplatzeigenen Poolterrasse auf die kleine angrenzende Bucht Portlligat. In dieser im östlichen Teil von Cadaques gelegenen wunderwundervollganzsehrtollschönen Bucht steht übrigens auch das Wohnhaus von Salvador Dali. Und so malerisch wie das hier aussieht, hatte sich der Meister bei der Wohnortwahl schon bisserl was bei gedacht! Ist bzw. war ja auch ein Genie der Salvatore…

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Ganz im Ernst, die kleine Bucht ist mein erster Ausflugstipp an euch, habt ihr die nicht gesehen, wart ihr auch nicht in Cadaques. Und wenn ihr dann schon mal hier seid, besucht doch am Abend zum Sonnenuntergang auch gleich noch das kleine urige Strandrestaurant am Platz und sagt dem Koch einen schönen Gruß von mir! Hier gibt es lecker Essen in außergewöhnlich natürlichem Ambiente – ich wünsche euch guten Appetit!

Far de Cap de Creus / Paratge de Tudela

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Mein zweiter Ausflugstipp führt euch an den Leuchtturm Far de Cap de Creus. Die Aussicht von hier oben auf die wilde und zerklüftete Küstenlandschaft ist gigantisch. Und der Weg von Portlligat bis an den Leuchtturm ist außerdem euer Ziel, denn dieser führt euch vorbei an insgesamt 18 (!) kleine und einsame Buchten mit malerischen kleinen Stränden. Nutzt ihr wie ich fauler Strick außerdem die Straßenzufahrt anstatt der Wanderwege (mit dem Elektroroller), so führt euch eure An- oder Abfahrt vorbei am Naturpark Paratge de Tudela, und welch Zufall,… ist das mein Ausflugstipp Nummer drei!

Der Naturpark Paratge de Tudela

Hier wandelte bereits der Meister und ließ sich wahnsinnig (huch, schon wieder :)) von der wild zerklüfteten und farbigen Landschaft inspirieren. Beim Anblick der surrealen Felsformationen aus Granit und Schiefergestein muss man kein exzentrischer Künstler sein, um tierische Formen und Gestalten wiederzuerkennen. Hier sind Ideen zu einigen von Dali´s weltbekannten Meisterwerken entstanden.

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Und auch wenn ich mich mit Salvador Dali (NOCH) nicht auf ein Stufe stellen möchte, stelle ich mich nach meinem Ausflug an den Paratge de Tudela zumindest auf ein Stuferl seines Wohnhauses in Portlligat und denke mir,… „warum eigentlich nicht,… warum mit meinen Bilder nicht etwas mehr experimentieren?! Vielleicht werde ich dann mal berühmt, und reich… und etwas seltsam!! :)“ Und hier schließt sich nun auch der Kreis hin zum Sinn meiner Artikelüberschrift:

Inspiriert durch Salvador Dali und durch die krass farbige Landschaft des Naturparks Paratge de Tudela, und nicht zuletzt auch inspiriert durch das Leben selbst, habe ich mit meinen Fotos diesmal ein klitzeklein wenig übertrieben mit mehr oder weniger Farbe, Kontraste, Lichter und/oder Schatten,… bissel an unterschiedlichen Reglern gedreht, wie man das als Lightjóckey a.D. halt schon immer so gemacht hat… 😉

Und möglicherweise wird das dem ein oder anderen auch gar nicht gefallen, denn mit natürlicher Fotografie hat das halt nicht mehr so viel zu tun, aber darum geht es mir in erster Linie auch gar nicht. Es geht darum den Moment festzuhalten, auf meine eigene Art und Weise,…

Dass ich nun mal schwer auf Farben abfahre, habt ihr mittlerweile ja schon mitbekommen! 🙂

Und bunt und farbig wird es nun auch im nächsten Artikel, denn endlich steht er an, mein nächster Festivaltermin!

Wo geht es genau hin? Auf ein kleines bunt elektronisches Psytrance-Festival in außergewöhnlicher Location irgendwo im Nirgendwo Nordspaniens. Und dieses schnuckelige kleine Festival samt Location ist so klein und bunt und elektronisch, dass ich euch schon so viel verraten mag: Geheimtippalarm!!! 🙂 Mehr dazu im nächsten Beitrag…

stay tuned –

2 thoughts on “Farbenspiele am Cap de Creus”

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